Fünf Jahre nach der Gründung des Vereins "ökumenisch-solidarische Gemeinschaft Lebenshaus" startete das Projekt im Herbst 1997 im ehemaligen Malteserschloss in Heitersheim. Die Kerngruppe besteht derzeit aus drei Familien. Bis zu sieben MitbewohnerInnen können in der Hausgemeinschaft mitleben. Die Begleitung der MitbewohnerInnen durch die Kerngruppe geschieht ehrenamtlich.
Der Verein hat die Gebäudeteile vom "Orden der Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul Freiburg" langfristig gemietet. Der Um- und teilweise Neubau konnte hauptsächlich durch private Darlehen und Spenden finanziert werden. Diese werden durch die Mieteinnahmen nach und nach zurückgezahlt.
Hintergrund
Unsere überwiegend auf Leistung und Erfolg hin orientierte Gesellschaft erfordert ein hohes Maß an Spezialisierung und Flexibilität und fördert damit eine Entwicklung hin zum unabhängigen und ungebundenen Individuum. Dies führt zur Stärkung der Freiheit des Einzelnen, aber auch zur Zerstörung bisher tragender sozialer Strukturen und Bindungen. Insgesamt nimmt Solidarität ab und viele Menschen sind überfordert und isoliert. Das soziale Netz stößt zunehmend an seine Grenzen und kann Menschen in Krisensituationen nicht die notwendige Zuwendung und Sicherheit geben.
Wir sehen uns durch diese gesellschaftliche Situation und durch unseren christlichen Glauben herausgefordert, Menschen in Krisensituationen durch die Erfahrung von gelebter Gemeinschaft und durch konkrete Unterstützung wieder Halt und neuen Lebensmut zu geben.
AdressatInnen
Welche Personen können wir aufnehmen ?
Unser Angebot richtet sich an Menschen, die für einen Zeitraum zwischen ca. zwei Monaten und zwei Jahren den schützenden Rahmen einer Gemeinschaft brauchen. Konkret denken wir an:
- Menschen, die nach einem Aufenthalt in einer stationären Einrichtung eine Zeit der Stabilisierung und Wiedereingliederung brauchen.
- Menschen in vorübergehenden Krisen (z.B. Arbeitsplatzverlust, Wohnungsverlust)
- Menschen in Trennungssituationen (z.B. Tod, Scheidung)
- Menschen, die vereinsamt sind und sich schwertun im Kontakt mit anderen
Welche Personen können wir nicht aufnehmen ?
- Menschen, die rund um die Uhr Betreuung oder Pflege brauchen
- Menschen in akuten Psychosen
- akut suchtkranke Menschen
- Personen, die bei uns eine unbefristete Lebensgemeinschaft suchen
Angebot und Erwartungen
Was können wir leisten und was nicht ?
Die Kernwohngruppe bietet den MitbewohnerInnen die Integration in das Leben einer Hausgemeinschaft, ähnlich dem einer Großfamilie. Jede/r hat ein eigenes Zimmer zur privaten Rückzugsmöglichkeit. Das alltägliche Zusammenleben findet seinen Ausdruck unter anderem in gemeinsamen Mahlzeiten und dem regelmäßigen Hausabend am Donnerstag. Hausregeln bilden einen verbindlichen Rahmen, der das Gemeinschaftsleben strukturieren und dem/der Einzelnen Sicherheit geben soll.
Darüber hinaus bieten wir:
- regelmäßige Begleitgespräche mit den MitbewohnerInnen. Hierbei wird die Kerngruppe durch engagierte Mitglieder des Vereins unterstützt
- Unterstützung der Gäste beim Umgang mit Behörden und ämtern, bei der Stellen- und Wohnungssuche
- Mithilfe bei der Suche nach Arbeit
- Ferner ist es uns wichtig, im Rahmen unserer Möglichkeiten ökologisch sinnvoll zu wirtschaften und uns auch dementsprechend zu ernähren.
Für die Gemeinschaft im Lebenshaus, wie wir sie uns vorstellen, ist es wichtig, dass die MitbewohnerInnen freiwillig und gern mit uns und unseren Kindern und mit den anderen MitbewohnerInnen zusammenleben. Der/die Einzelne muss gewillt sein, sich an vorgegebene Hausregeln zu halten, am Gemeinschaftsleben teilzunehmen und an der Verwirklichung der vereinbarten persönlichen Ziele zu arbeiten.
Kosten
Der Aufenthalt im Lebenshaus kostet für MitbewohnerInnen 485 Euro pro Monat. Darin enthalten sind Miete, Nebenkosten, Haushaltsgeld und Ersatzbeschaffung. Durch die Möglichkeit, neben Arbeitslosengeld II bzw. Sozialhilfe auch Wohngeld zu beantragen, wird für alle InteressentInnen der Aufenthalt im Lebenshaus finanzierbar.
Aufnahmeverfahren
Auf eine allgemeine Anfrage hin bitten wir gegebenenfalls um eine schriftliche Bewerbung mit Selbstdarstellung und um das Ausfüllen eines Fragebogens. Daraufhin entscheiden wir über die Einladung zu einem persönlichen Gespräch und danach über die Möglichkeit eines Probewohnens. Nach einer Bedenkzeit für beide Seiten entscheiden wir uns für oder gegen die Aufnahme der Bewerberin oder des Bewerbers.
Wenn Sie an der Aufnahme ins Lebenshaus interessiert sind, schreiben Sie uns bitte oder rufen sie uns an. Wir schicken ihnen dann unseren Fragebogen zu.