Konzept

Was wir tun

Unsere überwiegend auf Leistung und Erfolg hin orientierte Gesellschaft erfordert ein hohes Maß an Spezialisierung und Flexibilität.
Sie fördert damit eine Entwicklung hin zum unabhängigen und ungebundenen Individuum. Dies führt zur Stärkung der Freiheit des Einzelnen, aber auch zur Wandlung bisher tragender sozialer Strukturen und Bindungen. Viele Menschen sind überfordert und isoliert.

Das Angebot im Lebenshaus mitzuleben ist für Menschen in schweren Lebenslagen und gibt die notwendige Zuwendung und Sicherheit. Unsere gemeinschaftliche solidarische Lebensweise ermöglicht es, konkrete Unterstützung und damit neuen Lebensmut zu geben.
Auf diese Weise können wir Menschen für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren im Lebenshaus begleiten.

Die Begleitung der Mitbewohner durch die Kerngemeinschaft geschieht ehrenamtlich. Der Verein begleitet das Projekt und stellt den finanziellen und organisatorischen Rahmen sicher.

Wie es geht

Im unterstützenden Rahmen unserer Gemeinschaft mit ihren wiederkehrenden Tagesstrukturen und Ritualen können sich Menschen erneut stabilisieren, Vertrauen in sich und ihr Leben zurückgewinnen und neue Perspektiven entwickeln.

Jeder Mitbewohner erhält bei uns ein eigenes Zimmer und wird von uns begleitet, in dem wir uns für Begegnung und Gespräche Zeit nehmen und sie / ihn in den Alltagsablauf einbinden:

  • Wir haben regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten. Dabei kochen wir konsequent ökologisch und fleischarm. Die Mitarbeit beim Kochen und Spülen verteilt sich auf alle in der Gemeinschaft.
  • Ein gemeinsamer Abend in der Woche schafft Zusammenhalt, und gibt Raum, uns als Gemeinschaft zu erfahren und kennen zu lernen. Darüber hinaus wird er auch gebraucht, um organisatorische Fragen zu klären.
  • Für jedem Mitbewohner nehmen wir uns regelmäßig Zeit für ein Begleitgespräch mit festen Ansprechpartnern. Dieses gibt Raum um die aktuelle persönliche Situation zu reflektieren, Konflikte anzusprechen und die eigene Entwicklung im Blick zu behalten.
  • Wir haben ein großes Haus zu unterhalten. Die Gemeinschaftsküche, Speisesaal, Wäscheraum, Gemeinschaftsraum, Hof und Garten etc. erfordern viel Mühe um sie in gutem Zustand zu halten. Die Mitarbeit im Haus ist ein notwendiger und fester Bestandteil des Mitwohnens. Jeder übernimmt feste wöchentliche und monatliche Aufgaben.

Was es kostet

Der Aufenthalt im Lebenshaus kostet für Mitbewohner 485 Euro pro Monat. Darin enthalten sind Warmmiete und Haushaltsgeld.
Das Haushaltsgeld ist ein Beitrag in die gemeinsame Haushaltskasse aus der sämtliche Grundnahrungsmittel und anderer Bedarf wie z.B. Waschmittel und Toilettenpapier für alle eingekauft werden. Dadurch stellen die 485 Euro für die Mitbewohner eine umfassende Grundversorgung sicher.
Durch die Möglichkeit, neben Arbeitslosengeld II auch Wohngeld zu beantragen, wird der Aufenthalt im Lebenshaus für alle Interessenten finanzierbar.

Was nicht geht

Durch die enge Verknüpfung unseres Alltags mit der Begleitung der Mitbewohner sind uns in unserem Angebot auch Grenzen gesetzt. Daher können wir Menschen mit akuten Erkrankungen wie z. B. akute psychotische Episoden oder Suchterkrankungen keinen Platz im Lebenshaus anbieten. Ebenso können wir keine Personen mit Pflegebedarf aufnehmen.

Aufnahmeverfahren

Auf eine Anfrage hin bitten wir um ein persönliches Infogespräch, bei dem erste Fragen geklärt werden können. Danach bitten wir um eine schriftliche Bewerbung für die wir einen Fragebogen als Vorlage zur Verfügung stellen.
Daraufhin entscheiden wir über das Angebot eines einwöchigen Probewohnens. Nach dem Probewohnen kommt es zur Entscheidung über eine Zusage zu einem Platz im Lebenshaus.
Da wir uns für die einzelnen Entscheidungen immer genügend Bedenkzeit ausnehmen, dauert ein Aufnahmeverfahren einige Wochen bis Monate.

Wenn Sie an einer Aufnahme ins Lebenshaus Interesse haben, können Sie uns unter Kontakt erreichen.